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Marokko, Reisedepeschen

I believe that Marrakech ought to be earned as a destination

Ich weiß gar nicht mehr wie das war mit dem Wunsch nach Marrakech zu reisen. Weder hatte ich Marrakech lange auf meiner Reiseliste stehen, noch gab es irgendetwas Herausstechendes, dass ich unbedingt vor Ort sehen musste. Wahrscheinlich war es aber der Reiz nach etwas Unbekanntem, einem Kontinenten, auf dem ich noch nie einen Fuß gesetzt hatte. Und so tauchte ich im März ohne große Planung und relativ spontan in eine Welt ein, die so anders ist als das was ich bisher kannte und erlebte fünf Tage in einer der vier Königsstädte Marokkos. Willkommen in Marrakech.

Eines dieser Kuriositäten im Zusammenhang meiner Reise waren all die Reaktionen meiner Freunde vorab. „Marokko? Warum das denn?“ duellierte sich mit einer anderen, oft gestellten Frage: „Soll der Strand in Marrakech wirklich so schön sein?“ Erstere Frage beantworte ich mit meinen Favorites auf dieser Reise und mehr zur Strand-Frage gibt es hier.

Gründe, warum Marrakech definitiv eine Reise wert ist:

Djemaa el Fna

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Der Mittelpunkt Marrakechs und zentraler Ausgangspunkt der Souk! Am Tag liefen mir Gaukler, Schlangenbeschwörer und Orangensaft-Verkäufer über den Weg. Am Abend dann verbreiten sich große Rauchschwarten über dem Djemma el Fna: die mobilen Essensstände halten Einzug und die Besitzer versuchten mich hektisch, aber immer freundlich, in ihr „Restaurant“ zu ziehen. Ich ließ mich mehr oder weniger treiben und so entdeckte ich den Stand 31 mit sehr guter marrokanischer Küche und nettem Personal. Und am Ende des Abends sank ich mit satter Zufridenheit ins große Bett meines Riad – Tag ein, Tag aus.

Souk

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Das Wirtschaftszentrum der Medina (und der Chatuchak Weekend Market in Bangkok lässt grüßen), wahnsinnig verschachtelt und mega komplex. Doch wenn ihr euch erstmal zurechtgefunden habt, steht dem feilschen und handeln eigentlich nichts mehr im Weg. Ihr findet dort einfach ALLES: Teppiche, Töpfe, Becher, Gewürze, Essen. Die Souk ist eines der Gründe warum ihr nach Marrakech mit einem leeren Koffer reisen solltet. Der „Haupteingang“ ist die Souk gegenüber des Café de France am Rande des Djemaa el Fna.

Maison de la Photographie

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Etwas versteckt, wie eigentlich vieles in der Souk, ist das wunderbare Museum Maison de la Photographie, das beeindruckende Bilder beheimatet und dessen wahres Hightlight im oberen Teil des alten Riad zum Vorschein kommt: eine mega Dachterasse mit atemberaubender Sicht über Marrakech. In die Ferne schauend wird einem erst bewusst, dass man weit weg von zu Hause ist – und das verdammt gut so ist.

Café des Épices

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Auf all meinen Reisen halte ich immer die Augen offen nach einem Café, meinem Lieblingsanker in einer fernen Stadt. Am Rande der Souk fand ich das nicht ganz unbekannte Café des Épices mit einem Mix aus marokkanischer und westlicher Küche, leckerem Minztee und mindest genauso empfehlenswertem Kaffee! Falls ihr euren Füßen etwas Gutes tun wollt, rastet dort und surft ein bisschen im Web – das Wifi ist super und meine Spotify-Liste dort um ein paar Songs gewachsen.

Jardin Majorelle

DSC_4590Währe der Jardin Majorelle nicht so mega überlaufen gewesen, es wäre ein einzigartiger Ruhepol in Marrakechs Neustadt. Ein weitläufig, mit Liebe zum Detail, angelegter Garten, dessen Besitzer Yves Saint Laurent war und dessen Asche nach seinem Tod im Rosengarten verstreut wurde. Leider waren es wirklich zu viele Menschen, die sich zeitgleich mit mir nach Ruhe sehnten. Aber der Garten ist so oder so einen Besuch wert – und vielleicht habt ihr ja Glück, dass gerade nicht so viele Touris die gleiche Idee haben.

El Badi Palace

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Wenn ihr die Medina in südliche Richtung verlasst, stoßt ihr ziemlich bald auf einen über vierhundert Jahre alten Palat – El Badi. Für 10 Dirham kommt ihr ins Innere der Palast-Ruine, dessen Außenmauern von Innen noch imposanter und mächtiger wirken als sie es sowieso schon tun. Von der mehr oder weniger erhaltenen Terasse könnt ihr tolle Bilder über den Dächern von Marrakech und dem Innenhof schießen. Und aufgepasst, nicht jeder dunkle Gang ist sehenswert.

Palais de la Bahia

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Weitaus besser erhalten und für ebenfalls 10 Dirham erschwinglich ist der Bahia Palast, ungefähr mit die Strahlende/Glanzvolle zu übersetzen – und so wirkt es auch im Inneren des weitläufigen Prachtbaus. In fast allen Räumen sind die ehemals glanzvollen Zeiten zu bestaunen – mosaikförmige Fließen und Stuck lassen grüßen.

Ben Youssef Koranschule

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Umgehauen hat mich die Koranschule Ben Youssef aufgrund der enormen Strahlkraft – die Institution galt eins als mächtigster Ort des Korans. Die meisten der 150 engen Schlafzellen sind zu besichtigen, Räume in denen vor fünfhundert Jahren bis zu 900 Koranschüler ihren Platz fanden. Ben Youssef ist eines der Gründe, warum Marrakech für mich ein Abtauchen in eine andere Kultur war. Ein Ort, an dem das eigene Ich, das innere Bedürfnis nach Leben und Komfort zurücksteht, um die heilige Schrift des Korans zu studieren und nach ihren Regeln zu leben.

Riad dar Thania

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Traditionell übernachtet man in Marrakech in einem Riad, einem Gästehaus mit Innengarten. So buchte ich das Riad dar Thania in der Media von Marrekech, nur wenige Minuten entfernt vom Djemaa el Fna. Direkt vom Flughafen ging es durch die engen Gassen – und lasst euch gesagt sein: gibt die paar Euros mehr für einen Flughafentransfer aus, wer das erste Mal in Marrakech ist – der orientiert sich auf eigene Faust nur recht schwer. Im Riad angekommen begrüßte mich Gastgeber Momo freundlich und er war in den kommenden Tagen der perfekte Ansprechpartner für alle Fragen rund um Marrakech. Das Riad dar Thania tischt leckeres Frühstück auf, Wifi ist top und Bett und Bad ebenfalls nicht zu beklagen. Einzig die fehlenden Haustür- und Zimmerschlüssel waren anfangs etwas irritierend – aber rein mit euch ins Abenteuer!

Der Versuch eines Fazits

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Das waren also fünf Tage Marrakech. Fünf Tage voller Eindrücke in eine Welt, die so entfernt und doch so nah ist. Es sind diese Grenzgänge zwischen Moderne und jahrtausende alter Tradition, die diesen Zauber über diese Stadt legen. In allen Ecken und Kanten Musik, Gerüche, der Islam und ich selbst war mittendrin. Würde ich eine Reiseempfehlung aussprechen? Ja, unbedingt. Setzt euch in den Flieger, reist für drei Tage nach Marrakech (reichen aus) und erkundet in der Rest der Zeit das Umland und die weiteren Städte Marrokkos.

Falls ihr länger in Marrakech und Umgebung bleiben wollt, dann empfehle ich euch Anis Beitrag über ihr Reiseabenteuer Marokko.

Und nun zu euch: Reiselust geweckt? Oder wart ihr schon in Marrakech, welche Eindrücke konntet ihr von dort mitnehmen? 

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3 Comments

  • Reply Ani 11. Mai 2015 at 10:31

    Hey,

    das ist aber ein schöner neuer Blog geworden! Danke für die Verlinkung. Hach, ich freu mich ja, wenn Leute nach Marokko fliegen und es ihnen gefällt, ich verstehs zwar oftmals nicht so ganz, aber Reisen ist ja subjektiv :)

    Gruß,
    Ani

    • Reply Mirco 13. Mai 2015 at 18:36

      Danke dir, Ani :-) Marrakech war interessant, ein zweites Mal würde es mich aber dort nicht hinziehen. Ich freue mich auf neue Abenteuer von dir :-)

  • Reply Nadine 22. September 2016 at 15:46

    Marrakesch ist ein tolles Urlaubsziel. Wir haben auh ganz viele Eindrücke mitgenommen… :)

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